Bereich Sozia­le Arbeit

Sozia­le Arbeit ist der Wis­sen­schaft­lich­keit sowie den Sozi­al- und Men­schen­rech­ten ver­pflich­tet. (DGSA) 

Kris­ti­na Strübing

Kon­text
Migra­ti­ons­so­zi­al­ar­beit ist Sozia­le Arbeit, die im Kon­text von Migra­ti­on und Inte­gra­ti­on statt­fin­det. Als Grund­la­ge dient in Bran­den­burg das Lan­des­auf­nah­me­ge­setz, Anla­ge 4. Hier sind Qua­li­täts­kri­te­ri­en fest­ge­schrie­ben, die für die Pra­xis als Qua­li­täts­stan­dards gel­ten. Die­se bezie­hen sich haupt­säch­lich auf struk­tu­rel­le Arbeits­be­din­gun­gen, wie z. B. den Per­so­nal­schlüs­sel und die räum­li­che Aus­stat­tung. Da Ori­en­tie­rungs­qua­li­tät, Bezie­hungs­qua­li­tät, Pro­zess­qua­li­tät sowie Manage­ment- und Orga­ni­sa­ti­ons­pro­zes­se jedoch eben­so ent­schei­den­de Ein­fluss­fak­to­ren dar­stel­len, wid­met sich der Fach­be­reich glei­cher­ma­ßen die­sen Dimen­sio­nen. Somit wer­den neben Qua­li­täts­ent­wick­lung und Qua­li­tätssiche­rung in der Sozia­len Arbeit ins­be­son­de­re sozial­ar­bei­te­ri­sche Hal­tungs- und pro­fes­si­ons­ethi­sche Fra­gen mit Migra­ti­ons­spe­zi­fik bear­bei­tet. 

Ange­bo­te und The­men­schwer­punk­te des Fach­be­reichs
Von den Fach­kräf­ten in der Migra­ti­ons­so­zi­al­ar­beit sind hoch­spe­zi­fi­sche Kennt­nis­se, ins­be­son­de­re in zwei The­men­be­rei­chen, gefragt: sozi­al­ar­bei­te­ri­sches sowie migra­ti­ons­spe­zi­fi­sches Wis­sen. Der Fach­be­reich Sozia­le Arbeit setzt sich genau mit die­ser Schnitt­stel­le aus­ein­an­der. Mit­tels Fort­bil­dungs- und Bera­tungs­an­ge­bo­ten wird die pro­fes­sio­nel­le sozi­al­ar­bei­te­ri­sche Ori­en­tie­rung von Migra­ti­ons­so­zi­al­ar­bei­ten­den sowie Quereinsteiger*innen geför­dert bzw. gesi­chert. Die Ein­hal­tung der Qua­li­täts­stan­dards ist natür­lich nicht nur Auf­ga­be der Migra­ti­ons­so­zi­al­ar­bei­ten­den bzw. ander­wei­ti­ger Fach­kräf­te, son­dern auch die der Trä­ger Sozia­ler Arbeit in den Berei­chen Migra­ti­on und Inte­gra­ti­on.  

Zu die­sen und auch wei­te­ren sozi­al­ar­bei­te­ri­schen The­men bie­tet der Fach­be­reich Unter­stüt­zung für Migra­ti­ons­so­zi­al­ar­bei­ten­de, Ver­wal­tungs- und Trä­ger­an­ge­hö­ri­ge sowie ande­re im Tätig­keits­feld haupt­amt­lich Beschäf­tig­te an: 

  • Bera­tung zu Qua­li­tät, Hal­tung und Pro­fes­si­on 
  • Unter­stüt­zung bei der Erstel­lung von ein­rich­tungs­spe­zi­fi­schen Qua­li­täts­kri­te­ri­en 
  • Ver­net­zung zu lan­des­weit und regio­nal agie­ren­den Akteur*innen in den Berei­chen Qua­li­tät, Hal­tung und Profession
  • För­de­rung des Dia­logs zwi­schen Trä­gern, Migra­ti­ons­so­zi­al­ar­bei­ten­den und Quereinsteiger*innen 
  • Fort­bil­dun­gen und kol­le­gia­le Fall­be­spre­chun­gen 

 
Qua­li­tät der Migra­ti­ons­so­zi­al­ar­beit in Bran­den­burg
Die Sozi­al­ge­setz­bü­cher bil­den den gesetz­li­chen Rah­men der Sozia­len Arbeit in Deutsch­land. Damit ein­her gehen auch Vor­ga­ben, wie Sozia­le Arbeit geleis­tet wer­den muss. Adressat*innen der Sozia­len Arbeit haben Ansprü­che auf bestimm­te Leis­tun­gen, die von Fach­kräf­ten in Orga­ni­sa­tio­nen bzw. Unter­neh­men der Sozia­len Arbeit erbracht werden. Aspek­te von Dienst­leis­tun­gen sind nicht mehr von der Hand zu wei­sen und Qua­li­täts­ma­nage­ment wird in sämt­li­chen Orga­ni­sa­tio­nen umge­setzt. Den­noch gilt es, Sozia­le Arbeit als Men­schen­rechts­pro­fes­si­on zu gewähr­leis­ten. In die­sem Span­nungs­feld bewe­gen sich Migra­ti­ons­so­zi­al­ar­bei­ten­de in Bran­den­burg, wes­halb sich der Fach­be­reich schwerpunkt­mä­ßig mit der Ori­en­tie­rungs­qua­li­tät, Manage­ment und Orga­ni­sa­ti­ons­pro­zes­sen, der Sozia­len Arbeit als Men­schen­rechts­pro­fes­si­on und dem wider­sprüch­li­chen Dienst­leis­tungs­ver­hält­nis, in dem sich Sozia­le Arbeit, Auftraggeber*innen sowie Klient*innen befin­den, beschäf­tigt.

Case Manage­ment als Metho­de in der Migra­ti­ons­so­zi­al­ar­beit
Case Manage­ment ist eine Metho­de der Sozia­len Arbeit, die ihren Ursprung in den USA hat. Seit Anfang der 2000er fin­det sie immer mehr Ein­zug in das deut­sche Hil­fe­sys­tem. Die Her­an­ge­hens­wei­se ist fall­zen­triert, d. h. Klient*innen und ihr Umfeld in Form von Ange­hö­ri­gen oder ande­ren Hil­fe­sys­te­men wer­den in der Fall­ar­beit bedacht. Der*die Fallmanager*in führt alle „Hilfe”-Fäden zusam­men und behält den Über­blick. Anders als bei ande­ren Metho­den der Sozia­len Arbeit gehört zum Case Manage­ment auch der Abschluss des Falls, was für vie­le Klient*innen, aber auch für die Sozi­al­ar­bei­ten­den selbst eine Her­aus­for­de­rung sein kann.

Macht­kri­ti­sche Sozia­le Arbeit
Sozi­al­ar­bei­ten­de und ande­re Fach­kräf­te arbei­ten an den unter­schied­lichs­ten Schnitt­stel­len im Sys­tem. Nicht immer beset­zen sie dabei Ent­schei­dungs­po­si­tio­nen. So sind es für gewöhn­lich auch nicht sie, die die weg­wei­sen­den Lebens­ent­schei­dun­gen in Abspra­che mit den Klient*innen tref­fen kön­nen. Dies tun in der Regel die Aus­län­der­be­hör­de, das Jugend­amt oder die Arbeits­agen­tur bzw. das Job­cen­ter. Nichts­des­to­trotz befin­den sich sozi­al­ar­bei­te­ri­sche Fach­kräf­te in einer Macht­po­si­ti­on, da sie sich bei­spiels­wei­se dafür oder dage­gen ent­schei­den kön­nen, jeman­dem zu hel­fen.